Matrix-Rhythmus-Therapie – Sanfte Unterstützung für mehr Lebensqualität während und nach onkologischer Behandlung

In der integrativen Versorgung von Patient:innen mit
Krebserkrankungen spielen neben schulmedizinisch-onkologischen Therapien an
unserer Klinik auch ergänzende naturheilkundliche Verfahren eine wichtige
Rolle. Ein Baustein unseres umfassenden, ganzheitlich ausgerichteten
Therapieangebots ist die Matrix-Rhythmus-Therapie (MaRhyThe®).

Was ist die Matrix-Rhythmus-Therapie?

Die Matrix-Rhythmus-Therapie wurde in den 1990er Jahren von
Dr. Ulrich Randoll an der Universität Erlangen entwickelt. Sie basiert auf der
Erkenntnis, dass Zellen, Muskulatur und das umgebende Bindegewebe
(extrazelluläre Matrix) im gesunden Zustand rhythmisch schwingen – physiologischer
Weise im Frequenzbereich von etwa 8–12 Hz. (Muskelzittern) Diese rhythmische
Aktivität ist Voraussetzung für einen funktionierenden Stoff-, Energie- und
Informationsaustausch im Gewebe.

Ziel der Matrix-Rhythmus-Therapie ist es, diese natürlichen
Schwingungsmuster mechano-magnetisch zu unterstützen, insbesondere dort, wo sie
durch Krankheit, Medikamente, Operationen oder Immobilisation gestört sind. Die
Behandlung erfolgt mit dem Matrixmobil®, das gezielte, sanfte Vibrationen an
Muskulatur, Faszien und angrenzende Gewebestrukturen abgibt und so regulierende
Prozesse auf zellulärer Ebene synchronisiert.

Einsatzfelder in der Veramed Klinik

In der Veramed Klinik wird die Matrix-Rhythmus-Therapie
individuell und indikationsbezogen eingesetzt, unter anderem bei:

Chemotherapie-induzierter Polyneuropathie (CIPN):
Kribbeln, Taubheitsgefühle, Schmerzen oder Sensibilitätsstörungen an Händen und
Füßen gehören zu den häufigen Nebenwirkungen bestimmter Chemotherapien. Die
Matrix-Rhythmus-Therapie hilft, muskuläre und fasziale Spannungen zu lösen, die
Mikrozirkulation zu unterstützen und das umgebende Gewebe zu entlasten. Dies lindert
in der Regel neuropathische Beschwerden verbessert die funktionelle
Beweglichkeit.

Arzneimittelbedingten Muskel- und Gelenkbeschwerden:
Hormontherapien wie Antiöstrogene oder andere onkologische Medikamente können
Muskel- und Gelenkschmerzen verursachen. Durch die rhythmische Stimulation des
Gewebes kann die Matrix-Rhythmus-Therapie kausal zur Lockerung verspannter
Strukturen beitragen, die Beweglichkeit fördern und Schmerzen lindern im Rahmen
unseres systemischen Therapieansatzes.

Muskulären Verspannungen und chronischen Schmerzen:
Bei stress-, haltungs- oder therapiebedingten Verspannungen – etwa im Nacken-,
Schulter- oder Rückenbereich – wird die Matrix-Rhythmus-Therapie zur
Entspannung der Muskulatur und Verbesserung der Gewebeelastizität eingesetzt.
Viele Patient:innen berichten über eine spürbare Entlastung und ein
verbessertes Körpergefühl.

Lymphödem:
Nach onkologischen Operationen, Bestrahlung oder Lymphknotenentfernung kann es
zu einem Lymphödem kommen, das mit Schwellungen, Spannungsgefühl und
Bewegungseinschränkungen einhergeht. Die Matrix-Rhythmus-Therapie wirkt hier
unterstützend, indem sie das Gewebe lockert, den interstitiellen
Flüssigkeitsaustausch begünstigt und die Voraussetzungen für einen verbesserten
Lymphfluss schafft. Sinnvoll ergänzt wird sie durch die etablierten Methoden
zur Lymphdrainage.

Narben- und Wundheilung:
Narben, postoperative Verklebungen oder Gewebeverhärtungen können die
Beweglichkeit einschränken und Beschwerden verursachen. Durch die gezielte
rhythmische Stimulation unterstützt das Matrixmobil regenerative Prozesse im
Gewebe zur funktionellen Integration von Narben.

Ein Therapiebaustein im integrativen Gesamtkonzept

Die Matrix-Rhythmus-Therapie wird bereits seit Mitte 2025
erfolgreich in der Klinik eingesetzt, als weiterer Baustein unseres umfassenden
und langjährig erprobten systemischen Versorgungskonzepts.

 Wissenschaftliche Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Jassal, Tavreen & Bhowmik, Sunanda & Saha, Joydip & Kaushal, Kavita. (2019). “Matrix Rhythm Therapy as a Part of Early Intervention in Burn Patients to Improve their Quality of Life: A Systematic Narrative Review.” Indian Journal of Physiotherapy and Occupational Therapy – An International Journal. 13. 144. 10.5958/0973-5674.2019.00150.3.
    – Übersicht über MRT bei Heilungsprozessen.
  • Naik, Varun, et al. „Effectiveness of matrix rhythm therapy in frozen shoulder with respect to ROM and pain: An experimental study.“ IJAR 4.1 (2018): 73-76.
    – RCT zum Einsatz bei Gelenkbeschwerden.
  • Maiya GA, Jadhav RA, Harihar A, Gundmi S, Shetty AG, Yadav K H, Hammond O, Randoll UG, Deshpande A, Mayya S, Naik VC. “Effect of novel Matrix Rhythm Therapy (MaRhyThe®) on neuropathic pain and maximum plantar pressure distribution among type 2 diabetes mellitus patients with peripheral neuropathy.” J Diabetes Metab Disord. 2023 Apr 19;22(1):827-833. doi: 10.1007/s40200-023-01210-8. PMID: 37255826; PMCID: PMC10225369.
    – signifikante Linderung von neuropathischen Schmerzen und Druck bei peripherer Neuropathie.
  • Deshmukh, Aditi Kiran; Sheth, Megha S.. “Matrix Rhythm Therapy – A Novel Treatment.” Journal of Integrated Health Sciences 11(2):p 92-94, Jul–Dec 2023. | DOI: 10.4103/jihs.jihs_37_23
    – systematische Übersicht inkl. RCTs und Fallserien, positive Effekte auf Schmerz und Beweglichkeit.
  • Unal A, Altug F, Tikac G, Cavlak U. “Effectiveness of matrix-rhythm therapy on increased muscle tone, balance and gait parameters in stroke survivors: a single-blinded, randomized, controlled clinical trial.”  Acta Neurol Belg. 2021 Jun;121(3):689-699. doi: 10.1007/s13760-020-01391-6. Epub 2020 Jun 14. PMID: 32537732.
    – Verbesserte Muskelspannung, Gleichgewicht und Gangparameter. 

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Was ist Salutogenese?

Wir stellen Ihnen Ihren inneren Arzt zur Seite

Niemand ist je ganz gesund und auch nie ganz krank. In diesem Konzept stehen sich Salutogenese als Gesundheit und Pathogenese als Krankheit wie auf einer Skala gegenüber. So steckt in jeder Krankheit auch noch ein Stück Gesundheit, und diese Gesundheit gilt es zu erkennen und zu fördern. Dies gelingt mit den Kräften, die in uns ruhen, und die wir systematisch fördern und stärken können, unseren Selbstheilungskräften.

Diese Selbstheilungskräfte sind unser innerer Arzt, unser innerster Vertrauter, der alle unsere inneren Kräfte verbindet und uns beisteht, auch in schwierigen Situationen stark zu bleiben. Er hilft uns, dass wir unserem Körpergefühl wieder vertrauen können. und aus uns selbst heraus wieder stärker werden. Lebensmut und Lebensglück können so wieder ihren angestammten Platz in unserem Leben finden.

Ihre eigenen Ressourcen sind viel größer, als Sie es anfangs zu spüren vermögen. Wir unterstützen Sie durch erlernte Selbstachtsamkeit und konsequent unterstützte Selbstfürsorge. Wir geben Ihnen zahlreiche Methoden an die Hand, um die in Ihnen ruhenden Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Und wir geben Ihnen hierzu auch die nötige Zeit, jeden Tag bei stärkenden und entspannenden Therapien. So stellen wir Ihnen Ihren inneren Arzt zur Seite. 

Was ist das Fatique Syndrom?

Eine Tumordiagnose verändert das Leben grundlegend. Und meist schon vor Beginn der Therapie stellt sich eine vorher nicht gekannte Müdigkeit ein, Kraft und Antrieb fehlen, schon der Alltag ist plötzlich ein Problem. Die Tage werden von Mutlosigkeit und Traurigkeit überschattet. Diese Erschöpfung steht oft nicht in einem direkten Zusammenhang mit einer vorange­gangenen Anstrengung oder Belastung. Und der Wunsch, sich auszuruhen, ist übergroß.

Aber das Ausruhen führt nicht zu der gewünschten Erholung, die Erschöpfung bleibt. Wenn Sie das für sich so oder ähnlich erleben, leiden auch Sie unter einem sogenannten Fatigue-Syndrom.

Das Fatigue-Syndrom, aus dem Lateinischen (fatigatio: die Ermüdung) ist in seiner Entstehung nicht vollständig geklärt. Letztlich ist es ein Zusammenspiel von „falschen“ Botenstoffen, die fast alle Tumoren entsenden, und den Nebenwirkungen der Tumortherapie und der psychischen und seelischen Belastung. So leiden fast alle Tumorpatienten unter einem schwächer oder stärker ausgeprägtem Fatigue-Syndrom.  

Ausdauer- und Koordinationstraining ist neben der psychoonkologischen Betreuung mit die wichtigste Säule in der Therapie des Fatigue-Syndroms. So werden der negativen Effekt des Tumors auf Körper und Seele und die Verträglichkeit von Chemotherapie durch Bewegungstherapie deutlich verbessert. Sie erhalten deshalb von Anfang an ein umfangreiches sport- und bewegungstherapeutisches Therapieangebot.