14.07.2026

Nebenwirkungen moderner Krebstherapien gezielt managen – Einblicke aus unserem Webinar mit Prof. Höllein

Chemotherapie, Immuntherapie, zielgerichtete Therapien – die Möglichkeiten in der modernen Onkologie sind heute so wirksam wie nie zuvor. Doch mit dem therapeutischen Fortschritt gehen häufig belastende Nebenwirkungen einher, die das Wohlbefinden und die Lebensqualität von Krebspatientinnen und -patienten erheblich beeinträchtigen können: Haarausfall, Polyneuropathie, Übelkeit und Erbrechen, Schmerzen, Mukositis, Hautveränderungen sowie psychische Belastungen wie Angst und Depression sind nur einige der häufigen Begleiterscheinungen.

 

In unserem aktuellen Webinar hat Prof. Höllein anhand konkreter Fallbeispiele evidenzbasierte Maßnahmen vorgestellt, mit denen diesen Beschwerden gezielt vorgebeugt und begegnet werden kann. Dazu zählen unter anderem Kopfhautkühlung zur Vorbeugung von Haarausfall, Bewegung und Akupunktur bei Polyneuropathie sowie Akupressur und gezielte Ernährungsempfehlungen zur Verbesserung der Lebensqualität. Bei Schleimhautentzündungen und Hauttoxizitäten stehen vorbeugende Pflege und lokale Therapien im Vordergrund, während moderne Medikamente und nicht-medikamentöse Ansätze bei hormonbedingten Beschwerden wie Hitzewallungen neue Möglichkeiten bieten.

 

Besonders deutlich wurde: Ein frühzeitiges, leitliniengerechtes Nebenwirkungsmanagement und die integrative Onkologie sind entscheidend – nicht nur für die Linderung von Beschwerden, sondern auch für die Therapieadhärenz, also das Durchhaltevermögen der Patientinnen und Patienten. Studien zeigen zudem, dass Achtsamkeitstraining und regelmäßige körperliche Aktivität Stress, Fatigue und Depressionen reduzieren sowie die Lebensqualität und teilweise sogar die Prognose verbessern können.

 

Das vollständige Webinar können Sie sich hier ansehen:

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Was ist Salutogenese?

Wir stellen Ihnen Ihren inneren Arzt zur Seite

Niemand ist je ganz gesund und auch nie ganz krank. In diesem Konzept stehen sich Salutogenese als Gesundheit und Pathogenese als Krankheit wie auf einer Skala gegenüber. So steckt in jeder Krankheit auch noch ein Stück Gesundheit, und diese Gesundheit gilt es zu erkennen und zu fördern. Dies gelingt mit den Kräften, die in uns ruhen, und die wir systematisch fördern und stärken können, unseren Selbstheilungskräften.

Diese Selbstheilungskräfte sind unser innerer Arzt, unser innerster Vertrauter, der alle unsere inneren Kräfte verbindet und uns beisteht, auch in schwierigen Situationen stark zu bleiben. Er hilft uns, dass wir unserem Körpergefühl wieder vertrauen können. und aus uns selbst heraus wieder stärker werden. Lebensmut und Lebensglück können so wieder ihren angestammten Platz in unserem Leben finden.

Ihre eigenen Ressourcen sind viel größer, als Sie es anfangs zu spüren vermögen. Wir unterstützen Sie durch erlernte Selbstachtsamkeit und konsequent unterstützte Selbstfürsorge. Wir geben Ihnen zahlreiche Methoden an die Hand, um die in Ihnen ruhenden Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Und wir geben Ihnen hierzu auch die nötige Zeit, jeden Tag bei stärkenden und entspannenden Therapien. So stellen wir Ihnen Ihren inneren Arzt zur Seite. 

Was ist das Fatique Syndrom?

Eine Tumordiagnose verändert das Leben grundlegend. Und meist schon vor Beginn der Therapie stellt sich eine vorher nicht gekannte Müdigkeit ein, Kraft und Antrieb fehlen, schon der Alltag ist plötzlich ein Problem. Die Tage werden von Mutlosigkeit und Traurigkeit überschattet. Diese Erschöpfung steht oft nicht in einem direkten Zusammenhang mit einer vorange­gangenen Anstrengung oder Belastung. Und der Wunsch, sich auszuruhen, ist übergroß.

Aber das Ausruhen führt nicht zu der gewünschten Erholung, die Erschöpfung bleibt. Wenn Sie das für sich so oder ähnlich erleben, leiden auch Sie unter einem sogenannten Fatigue-Syndrom.

Das Fatigue-Syndrom, aus dem Lateinischen (fatigatio: die Ermüdung) ist in seiner Entstehung nicht vollständig geklärt. Letztlich ist es ein Zusammenspiel von „falschen“ Botenstoffen, die fast alle Tumoren entsenden, und den Nebenwirkungen der Tumortherapie und der psychischen und seelischen Belastung. So leiden fast alle Tumorpatienten unter einem schwächer oder stärker ausgeprägtem Fatigue-Syndrom.  

Ausdauer- und Koordinationstraining ist neben der psychoonkologischen Betreuung mit die wichtigste Säule in der Therapie des Fatigue-Syndroms. So werden der negativen Effekt des Tumors auf Körper und Seele und die Verträglichkeit von Chemotherapie durch Bewegungstherapie deutlich verbessert. Sie erhalten deshalb von Anfang an ein umfangreiches sport- und bewegungstherapeutisches Therapieangebot.