Der Krankheitsverlauf kann durch Ihr aktives Zutun positiv beeinflusst werden.

Erweiterte supportive Therapiemaßnahmen

Zahlreiche Patienten, die die Veramed-Klinik aufsuchen, wünschen ausdrücklich sogenannte komplementäre, begleitende Therapiemaßnahmen. Nach unserer Auffassung sind komplementäre Behandlungsmaßnahmen potentiell geeignet, die Standardtherapien zu optimieren und die konventionelle Supportiv-Therapie zu ergänzen. Leider ist das Evidenzniveau der meisten komplementären Therapiemaßnahmen für heutige Ansprüche nicht zufriedenstellend.

Alternativmedizin KrebsZiel der Behandlung mit begleitenden Maßnahmen ist die Minderung der Toxizität der Primärtherapie und die Einbindung des Patienten in die Behandlung, um damit eine erweiterte Hilfe bei der Krankheitsbewältigung anzubieten.

Komplementäre Maßnahmen sind wichtiger Bestandteil von Selbsthilfekonzepten und ermöglichen häufig eine verbesserte Compliance des Patienten bei der Durchführung der Standardtherapie.  Komplementäre Maßnahmen sind nicht zur eigentlichen Behandlung der Tumorerkrankung geeignet. In regelmäßigen und anschaulichen Fortbildungsveranstaltungen werden die Patienten kritisch und aktuell über den Stellenwert und die Grenzen der verschiedenen Behandlungsmethoden informiert.

Naturheilkundliche und ganzheitliche Behandlungen bei Krebserkrankungen

Als Grundlagen für den Einsatz von Naturheilkunde und Komplementärmedizin gelten die Arbeiten und Publikationen der Arbeitsgemeinschaft Prävention und Integrative Medizin in der Onkologie (PRiO) die 2010 aus dem Arbeitskreis für Komplementäre Onkologie (AKKOM) der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) hervorgegangen ist.  

Die Integrative Onkologie bemüht sich in besonderer Weise um die Berücksichtigung der Patientinnenperspektive bzw. darum, diese in die Therapie- und Studienplanungen einzubeziehen.  Zentrale Themenbereiche sind hierbei Prävention, Ernährung und körperliche Aktivität sowie der Wunsch der Patienten, selbst einen aktiven Beitrag zur Krebsbehandlung zu leisten.  

Alternativmedizin bei Krebs Der Einsatz naturheilkundlicher und komplementärmedizinischer Therapien in der Veramed-Klinik erfolgt weiterhin u. a. in enger Anlehnung an die Leitlinienarbeit der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) und der Deutschen Gesellschaft für Naturheilkunde (DGNHK).  Diese Fachgesellschaften vereinbarten bereits 2011 eine Zusammenarbeit bei der noch ausstehenden erforderlichen Erstellung von Leitlinien im Bereich Naturheilkunde und Komplementärmedizin.

Der leitende Arzt der Veramed-Klinik wurde im Rahmen der Aus- und Fortbildung durch die Karl- und Veronica Carstens Stiftung, Essen gefördert. Er ist u. a. als Beratungsarzt für den seitens der Stiftung begründeten Förderverein Natur und Medizin e. V. tätig.  
Zweck der Stiftung ist die Förderung der wissenschaftlichen Durchdringung von Naturheilkunde und Homöopathie sowie unkonventioneller Therapiemethoden in der Medizin.  
Im Rahmen einer Vielzahl von Forschungsprojekten findet u. a. an der Klinik für Naturheilkunde der Kliniken Essen Mitte unter Anleitung von Prof. Dr. J. Langhorst in enger Zusammenarbeit mit der Karl- und Veronica Carstens-Stiftung eine systematische Aufarbeitung wissenschaftlicher Studien aus dem Bereich der Naturheilkunde und Komplementärmedizin statt. Die Ergebnisse haben bereits zu ersten erfolgreichen Einbettungen naturheilkundlicher Therapieinhalte in medizinische Leitlinien geführt (siehe  u. a. auch EVALuna relevante Publikationen der Universität Duisburg/Essen).

Weitere Grundlagen für die Anwendung von Naturheilkunde in der Veramed-Klinik sind u. a. auch durch die Berücksichtigung der aktuellen Monographien der European Medicines Agency, Comittee on Herbal Medicinal Products gegeben.

Schließlich begründet sich der integrative Ansatz der Veramed-Klinik auch aus der Tatsache, dass in Deutschland an verschieden Stellen wie z. B. München, Berlin, oder Rostock Lehrstühle für Naturheilverfahren existieren. Integrative Therapiekonzepte werden darüber hinaus bekanntlich auch der Stanford University, der Harvard Medical School oder am Sloan Kettering Hospital in New York erfolgreich eingesetzt und evaluiert.

Basierend auf den Leitlinien bzw. Publikationen der genannten Fachgesellschaften wird mit jedem Patienten gemeinsam der für ihn optimale Weg der Krankheitsbewältigung gesucht und umgesetzt, wobei sich die meisten Patienten dafür entscheiden, zusätzlich zu den onkologischen Standarttherapien im Sinne einer integrativen Synthese indikationsbezogen auch naturheilkundliche bzw. komplementärmedizinische Therapien in Anspruch zu nehmen.  

Wir möchten die Perspektive der Krebskranken für die Therapie nutzen.

Wir möchten die Krebskranken aktiv in die Therapie einbinden.

Alternative Medizin bei KrebsWie in der Umfrage des Allensbacher Institutes (Allensbacher Archiv, IFD-Umfrage 6094) dargestellt, hat die Wellness-Bewegung die Erwartungen der Menschen an die Heilkunde in den letzten Jahrzehnten erheblich verändert. Zunehmend werden Körper und Seele als Einheit begriffen (Mind-Body-Konzept). Vor allem chronisch oder schwer kranke Patienten finden ihre Vorstellungen von einer optimalen Behandlung im Ursache und Wirkungsprinzip der klassischen sogenannten Schulmedizin nicht hinreichend bedient.  
Krebskranke sehen Gesundheit zunehmend als Teil ihrer Identität an und wünschen im Rahmen der Behandlung eine Berücksichtigung dieser Ich-Identität. 

Interessant ist, dass die Menschen bei der Vorbeugung von Krankheiten wie Krebs laut Allensbach-Daten auf die eigenen Fähigkeiten vertrauen.
Im Krankheitsfall dagegen richten sich die Hoffnungen wesentlich auf professionelle Berater. 79% der Bevölkerung benennen Ärzte als wichtigste Informationsquelle zu gesundheitlichen Fragen. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, auch im Bereich der Integrativen Medizin eine evidenzbasierte Beratung anzubieten.  

Der Krankheitsverlauf kann durch aktives Zutun der Betroffenen positiv beeinflusst werden.  

Diese Erkenntnis wird leider noch zu wenig vermittelt. Leider nutzen auch Onkologen das bereits seit über 20 Jahren bekannte Wissen diesbezüglich noch zu wenig (Spiegel, D. et al: Effect of psychosomatic treatment on survival of patients with metastatic breast cancer. Lancet 1989, 888-891). Gut aufgeklärte und aktiv beteiligte autonomere Patienten akzeptieren die therapeutischen Angebote besser und verhelfen somit den Ärzten zu letztlich erfolgreicherer Therapie (Huebner J. et al., 2014).

Hervorzuheben ist, dass die Klientel der Veramed-Klinik überregionaler Herkunft ist. Das Einzugsgebiet erstreckt sich mehr oder weniger flächendeckend über den gesamten deutschen Sprachraum mit dem Schwerpunkt für Ober- und Niederbayern, Schwaben und Franken.

Quelle: Müller-Stahl, Martin, Wolfrum, Dirk-Ingo: Motivation zur Hoffnung. 3. überarbeitete Auflage, Essen 2013.

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