Lässt sich Haarausfall bei Chemotherapie verhindern? Veramed Klinik berät und unterstützt

Haarausfall lässt sich in der Tat durch eine Kühlung der Kopfhaut – das sogenannte Scalp cooling – verhindern oder reduzieren. In den USA ist die Kopfhautkühlung während einer Chemotherapie längst üblich. Aber auch in Deutschland wird dieses Verfahren zur Vermeidung oder Verringerung des Haarausfalls bei der Krebsbehandlung immer bekannter. In der Krebsfachklinik Veramed in Brannenburg ist die Kopfhautkühlung eine Leistung, die allen PatientInnen kostenfrei angeboten wird. Bereits seit 1985 unterstützt die zwischen München und Kufstein gelegene Spezialklinik Patientinnen und Patienten im Kampf gegen Krebs. Wir sprechen mit dem Chefarzt Dr. Konrad Namberger über Wirkung und Vorgehensweise beim Scalp Cooling und die Bedeutung eines ganzheitlichen Ansatzes bei der Behandlung von Krebs.

Herr Dr. Namberger, können Sie uns mehr über die Kopfhautkühlung bei Chemotherapie erzählen und wie sie den Haarausfall konkret reduziert?

Dr. Namberger: Die Kopfhautkühlung, auch als Scalp Cooling bekannt, ist eine Methode, bei der PatientInnen während der Chemotherapie eine Kühlhaube tragen. Durch das Herunterkühlen auf 19°C verengen sich die Blutgefäße auf der Kopfhaut, wodurch weniger schädigende Medikamente zu den Haarwurzelzellen gelangen. Es werden also weniger Haarwurzeln und Zellen zerstört, die Haare fallen daher kaum noch aus. In der Veramed Klinik arbeiten wir seit 2017 mit den fortschrittlichen Kühlhauben der Firma Paxman, und wir konnten feststellen, dass bei korrekter Anwendung etwa 75 Prozent der Haare erhalten bleiben können. Manchmal sogar alle Haare. Dies hilft, die Sorge vor Haarausfall zu mindern, einer der gefürchtetsten Nebenwirkungen der Chemotherapie.

Warum ist der Haarausfall überhaupt so ein großes Thema?

Dr. Namberger: Der Haarausfall bei Krebsbehandlungen, besonders während der Chemotherapie, belastet viele PatientInnen emotional. Das ist natürlich nachvollziehbar: Er macht die Erkrankung sichtbar und kann auch das Selbstbild beeinflussen. Die Angst vor Reaktionen anderer, Mitleid und unangenehmen Fragen spielen hierbei für viele Betroffene eine große Rolle. Nicht jeder erlebt den Haarausfall gleich, aber es ist ein bedeutender Aspekt, der klinisch berücksichtigt werden sollte. Daneben bieten wir unseren PatientInnen noch viele weitere Ansätze, denn wir in der Veramed Klinik stehen für ein ganzheitliches Konzept.

Unter ganzheitlichen Ansätzen verstehen Sie Schulmedizin, die Sie mit Naturheilkunde kombinieren, richtig?

Dr. Namberger: Das ist korrekt. Die Schulmedizin allein reicht oft nicht aus, daher setzen wir auf eine Kombination aus Schulmedizin und Naturheilkunde. Die Aktivierung der Selbstheilungskräfte ist ein zentraler Aspekt. Die Umstellung des Lebensstils, einschließlich dem Verzicht auf Genussgifte, sowie die Anpassung der Ernährung sind ebenso wichtig wie komplementärmedizinische Maßnahmen wie beispielsweise Akupunktur, Homöopathie, Neuraltherapie, Misteltherapie, Hyperthermie, Magnetfeldtherapie, Nordic Walking und verschiedene Entspannungsverfahren.

Können PatientInnen auch selbst zur Verbesserung ihrer Gesundheit beitragen?

Dr. Namberger: Das ist eine gute Frage und ein extrem wichtiger Punkt. Die Selbstmitwirkung der PatientInnen ist sogar entscheidend. Rauchverzicht, Ernährungsumstellung, Meditation, Yoga, Sport – all diese Maßnahmen tragen zur Stärkung der eigenen Selbstheilungskräfte bei. In der Veramed Klinik ermutigen wir unsere PatientInnen, aktiv an ihrer Genesung mitzuwirken. Denn nur durch diese gemeinsamen Anstrengungen können wir die Krebserkrankung lindern, die Prognose verbessern und in manchen Fällen sogar Heilung ermöglichen.

Und stimmt es, dass tatsächlich all diese Maßnahmen kostenfrei angeboten werden?

 Dr. Namberger: Das ist richtig. Bei uns in der Veramed Klinik fallen keinerlei Kosten für PatientInnen aller Krankenkassen an. Wir verfügen über den Status einer besonderen Einrichtung. Das bedeutet: Alle von uns durchgeführten Therapien und die Behandlungskosten werden von allen gesetzlichen und allen privaten Krankenversicherungen und Beihilfestellen übernommen.

Wie können Interessierte mehr über die Angebote der Veramed Klinik erfahren?

Dr. Namberger: Interessierte können sich gerne unter der Telefonnummer 08034/3020 melden oder unsere Website www.veramed.de besuchen. Wir stehen jederzeit zur Verfügung, um Fragen zu beantworten und weiterführende Informationen zu geben. Und wichtig zu wissen: Vor allem im Akutfall ermöglichen wir eine sofortige Behandlung. Zum Beispiel, wenn KrebspatientInnen an schweren Therapienebenwirkungen oder auch fieberhaften Infekten leiden, einem geschwächten Immunsystem, Durchfall, Fatigue-Syndrom, Austrocknung oder akuten Schmerzen. Hier gilt: Bitte nicht zögern, sondern uns umgehend kontaktieren. Wir sind für Sie da.

Gerne können Sie sich die Zeitungsseite hier anschauen. Das PDF einfach hier anklicken: Sonderseite_Kopfhautkühlung_Veramed_KW50_16.12.2023